Troy D

Obwohl ich ja eigentlich ein alter Rocker bin, gibt es die ein oder andere HipHop-Combo, die ich absolut geil finde. Ganz oben auf der Liste: Dienstplan Fantastischen Vier. 2009 hatte ich das Vergnügen, sie bei ihrem Heimspiel auf dem Canstatter Wasn zu sehen – der absolute Hammer!

Kollege Moritz wärmt sich vor dem 3D-Konzert auf

Heute abend durfte ich einem weiteren besonderen Fanta4-Konzert beiwohnen: Dem 3D-Konzert aus Halle, dass live in rund 100 Kinos übertragen wurde. Angeschaut habe ich mir das Ganze im ZKM Filmpalast in Karlsruhe, zusammen mit ein paar Kollegen von DASDING. Ein Konzert im Kino – und somit im Sitzen – ist eine neue Erfahrung für mich gewesen und auch der 3D-Effekt kommt ein bisschen anders rüber als bei einem Film.

Zunächst mal für die Nerds: im ZKM Filmpalast kommt 3D-Technik mittels Polfilter-Brillen zum Einsatz. Das Konzert wurde mit einer Krankamera, einer Steadycam, einem Dolly sowie einer Handkamera übertragen (obwohl es laut heise.de fünf Kameras gewesen sein sollen – vll. ist mir eine entgangen), ausgestattet mit Zeiss Objektiven mit Festbrennweite und montiert auf Spiegel-Rigs.

Der 3D-Effekt hat am allerbesten bei den Aufnahmen der Krankamera gewirkt, mit der die Fantas auch super interagiert haben. Der Vorteil des Krans war der berechenbare Abstand zu den Fantas auf der Bühne, auch wenn gerne mal ins Detail gegangen wurde. Bei den Kameras direkt auf der Bühne haben sich die Bewegungen selten, aber wenn, dann spürbar auf die Qualität der 3D-Bilder ausgewirkt. Das Zusammenspiel der Lichteffekte auf der Bühne und der 3D-Übertragung hat überraschend gut funktioniert (vorallem bei “Krieger”), ein besonderes Schmankerl war der Konfettiregen am Ende des Konzerts, in dem man quasi mitten drin saß.

Musikalisch haben die Fantas ihre Klassiker gespielt, außerdem viele Tracks von ihrem neuen Album. Mit “Schizophren” und “Die da” haben aber auch zwei meiner Favourites gefehlt. Die Band hat einen guten Job gemacht und die Fantas hatten Bock – von daher hats Spaß gemacht. Leider war die Tonqualität nicht so dolle – die Mischung war schlecht, der Gesang ging oft unter. Offensichtlich haben sich zu viele Techniker ums Bild gekümmert ;)

Das Mitmachgefühl wollte sich in den Kinosesseln nicht so recht einstellen, trotz einiger Versuche von Michi Beck und geiler Stimmung in Halle. Aber irgendwie ist es halt doch eher passives Konsumieren in so einem Kino…

Fazit: Es war eine spannede Konzert-Erfahrung, die durchaus noch ausbaufähig ist. Das Bild hat Spaß gemacht, auch wenn es für die Augen um einiges anstregender ist als ein 3D-Film. Am Ton muss gearbeitet werden – und irgendwie auch am Preis. 20 Euro für einen solchen Abend ist doch ganz schön happig.

[UPDATE]: Auch heise.de berichtet heute nochmal von den Eindrücken beim 3D-Konzert