Hype Cycle der sozialen Netzwerke

Während meines Studiums war ich immer ein großer Fan des Gardner Hype Cycle, der in wirtschaftslastigen Fächern immer mal wieder auf den Tisch kam. Bei Vincenzo Cosenza habe ich nun einen Zyklus gefunden, der die Adaption von sozialen Netzwerken darstellt. Der Italiener kommt euch nicht bekannt vor? Der Name vielleicht nicht, aber ihr kennt bestimmt seine World Map of Social Networks.

Die Grafik stammt aus dem September 2011 und ist somit inzwischen wohl schon wieder etwas überholt, da sie ja auf den Nutzerzahlen beruht. Trotzdem eine schöne Sache, die mal eine andere Form der Auswertung von Nutzerzahlen bietet.

Bildquelle: Vincenzo Cosenza unter CC-by-NC

Marc Zuckerberg, der alte Chronist!

Mit der neuen Timeline hat es Facebook aus meiner Sicht geschafft, ein Killerfeature zu implementieren! Ich habe die neue Funktion gleich freigeschaltet (ist übrigens nicht schwer, Philipp erklärt, wie es geht) und muss sagen: Es macht wirklich Spaß, die eigene Chronik durchzusehen – und fast schon automatisch auch zu befüllen. 2006: Abitur – klar habe ich da ein Foto von und ab dafür… Der Umzug nach Fuwa, Schneefoto dazu usw. Auch optisch finde ich die neue Timeline klasse, man hat mehr das Gefühl sich mit dem Leben des Profilbesitzers (und somit auch mit dem Profilbesitzer!) auseinander zu setzen.

Aber: Durch die Integration von neuen Ereignissen und der engeren Verzahnung mit Apps ist die Hemmschwelle, Facebook mal eben Stammbuch, Krankenakte und Führungszeugnis zu faxen noch weiter gesunken.

Man kann sein neues Profil zwar jetzt schon pflegen, sichtbar wird es jedoch erst am 30.09. – ich bin sehr gespannt, ob es anderen Nutzer wie mir geht und sie spontan eine ganze Reihe persönlicher Daten nachtragen. Durch die neuen Smart Lists liest man ja zur Zeit fast minütlich von Leuten, die ihre Arbeitsstelle und ihre Ausbildung aktualisiert haben – weil diese Angaben zur korrekten Funktion notwendig sind.

Auch wenn es viel Spaß macht, das neuen Profil zu pflegen und zu bewundern – Knochenbrüche und Operationen bleiben vorerst meine Sache, Herr Zuckerknopp!

Ich will einen neuen Hype!

Google Plus

Tja, nun ist Google+ also offen für alle. Ist man ganz ehrlich, muss man sagen: Angesichts einer Testphase mit mehr als 20 Millionen Mitgliedern war es nie so richtig closed-beta. Wer rein wollte, kam auch rein – vielleicht nicht gleich an Tag eins, aber durchaus binnen einer Woche.

Für mich hat der öffentliche Launch daher auch nur noch einen Nachrichtenwert, überbordende Berichterstattung à la „Google macht den Facebook-Killer öffentlich“ oder ähnliches sind Schnee von gestern. Zumal Facebook ja alles daran setzt, Kernfeatures von Google+ auch in das eigene Netzwerk zu übernehmen.

Vielleicht liegt es daran, dass ich recht früh bei Google+ war und nicht so recht wusste, was ich nun mit einem weiteren sozialen Netzwerk anfangen sollte – aber schaut man sich mein Profil an, muss man feststellen, dass ich bisher recht passiv war. Ich bin auf Google+ eher lesend aktiv, klicke interessantes an und „plus-einse“ mal hier und mal da.

Einen interessanten Artikel poste ich bei Facebook und Twitter und erreiche damit die meisten meiner Freunde / Follower / Kollegen schon zweimal. Über kurz oder lang werde ich über Hootsuite oder Tweetdeck oder eine ähnliche App einen Link an alle drei schicken und damit einen Teil meiner Gefolgschaft dreimal erreichen. Und in jedem Netzwerk auch einen Teil von Leuten, die ich nur einmal erreiche. Nur – ist es das wert? Und fühlen sich die – sagen wir mal 70% – die ich dann fast schon vollspamme, nicht irgendwann belästigt?

Kurzum: Sind sich Google+ und Facebook vielleicht zu ähnlich? Ich werde mich (und die anderen) in den nächsten Wochen mal beobachten, in der Hoffnung, den Mehrwert zu erkennen.

Und parallel dazu suche ich mir einen neuen Hype, jetzt, wo jeder bei Google+ mitmachen darf, ist mir das nicht mehr „early-birdig“ genug. Wie wäre es mit Amen?