Universalcode

Seit einigen Monaten verfolge ich auf dem Blog von Christian Jakubetz ein ambitioniertes Projekt, dass er zusammen mit einigen weiteren Journalisten (unter anderem Ulrike Langer) ins Leben gerufen hat. Auf seinem Blog heißt es nur lapidar “Buchprojekt” – dahinter verbirgt sich der Mut, eine fixe Idee auch umzusetzen.

Die fixe Idee ist, dass viele Bücher über und für die Journalistenausbildung schlichtweg nicht mehr zeitgemäß sind, weil sie zwar “klassisches” Handwerkszeug vermitteln, aber mit Multimedia, Crossmedia und vernetztem Denken nicht klar kommen. Darum haben sich Christian und Co. überlegt: Da muss was anderes her. Die Idee finden viele aus Rundfunk und Web bekannte Journalisten wohl sehr gut, denn alles was Rang und Namen hat, schreibt mit: Gutjahr, Pähler, Fiene, Hündgen, von Gehlen…

Dieses Projekt ist in den letzten Monaten immer weiter gewachsen, inzwischen hat es Formen angenommen: Universalcode, so der Titel, wird erscheinen! Wer möchte, kann es direkt bei Christian vorbestellen und so die nötige Anzahl an Bestellungen für die Erstauflage sicherstellen. Ich habe das bereits getan und bin sehr gespannt.

Meine Eindrücke vom Oyo

Letzte Woche habe ich mit eurer Hilfe den Oyo gekauft. Inzwischen habe ich alles gesehen, was ich für meine Entscheidung wissen muss: Ich werde den Oyo zurückgeben. Liest man die Kommentare bei lesen.net, scheint der Oyo-Kauf eine Art binäre Entscheidung zu sein – die einen sind total begeistert, die anderen angepisst. Ich bin angepisst. Auf einen eher technischen Testbericht werde ich hier jetzt verzichten, es gibt bereits genug davon. Stattdessen möchte ich eher subjektiv meine Eindrücke schildern.

Das Display, das von so vielen kritisiert wurde is – absolut ok. Ja, es ist kein Display der letzten E-Ink-Generation wie beim Kindle 3, aber es ist angenehm, damit zu lesen. Und darum gehts ja.Auch die Umblätterzeiten waren meistens im grünen Bereich, bei längerem Lesen hat man sie nicht bemerkt. Manchmal dagegen hat der Oyo auf Umblätteraufforderungen aber auch gar nicht reagiert, womit wir zum größen Manko kommen:

Das ist für mich ganz klar die Software, die im Oyo arbeitet, gepaart mit einer offensichtlich zu schwachen CPU. Ich habe es in den paar Tagen mehrfach geschaft, den Oyo aufzuhängen, sodass nur der (sehr umständlich zu erreichende!) Reset-Knopf noch Abhilfe schaffen konnte. Zudem hat selbst das Öffnen von ePub-Büchern ewig gedauert, die Menüfunktionen haben gerne mal mit der Geschwindigkeit eines Beamten kurz vor der Rente reagiert und das Display unvermittelt vom Hoch- ins Querformat gewechselt, aber nicht dann, wenn man das wollte.

Ein für mich ausschlaggebendes Kriterium ist die PDF-Anzeige – denn ein E-Book-Reader soll für mich nicht nur das konventionelle Buch, sondern auch die Tageszeitung ersetzen. Bei PDFs hat sich der Oyo gerne mal komplett die Arbeit verweigert, entweder, indem er sich aufgehangen hat, oder indem er ein leeres Display anstelle des PDF-Inhaltes präsentiert.

Der Akku hat – bei mäßiger Beanspruchung und nur einmaligen Einschalten des WLANs – von Donnerstag bis Mittwoch gehalten. Blumentopf würden sagen: So lala.

Alles in allem bin ich enttäuscht. Vielleicht waren meine Erwartungen an den Oyo auch zu hoch, das wird sich recht schnell rausstellen. Denn für 40 Euro mehr habe ich mir jetzt mal den Sony PRS 350 zum Vergleichen bestellt. Und wenn der auch nix ist, dann vertage ich das Thema E-Books erstmal wieder. Kann ja auch ein Ergebnis des “Early  Birdings” sein.

Habt ihr konkrete Fragen zum Oyo? Oder zu meinen Eindrücken? Dann stellt sie, ich beantworte sie gern!

Umfrage: Oyo – kaufen oder nicht?

E-Book-Reader Oyo // Quelle: lesen.net

E-Book-Reader Oyo // Quelle: lesen.net

Morgen erscheint der Oyo, ein E-Book-Reader aus dem Hause Thalia. 139 Euro wird das gute Stück kosten und alle gängigen Formate – darunter auch EPUB mit und ohne DRM – unterstützen. Das ist wohl der größte Pluspunkt im Vergleich zum Kindle 3 von Amazon, der nach wie vor auf ein proprietäres Format setzt.

Bereits vor zwei Jahren habe ich für DASDING einen E-Book-Reader getestet, damals war das noch neu und verrückt (der Artikel ist leider aufgrund der Regelungen des Rundfunkstaatsvertrags nicht mehr online). Fasziniert hat mich das schon zu diesem Zeitpunkt, auch wenn die Lesegeräte 2008 technisch noch nicht ausgereift waren. Seitdem sind viele unterschiedliche, auch unterschiedlich gute, Geräte erschienen, deren Preisspektrum sich von 100 Euro bis hin zu 600 Euro für High-End-Geräte erstreckt.

Meine Hemmschwelle beim Kauf eines solchen Lesegerätes liegt offensichtlich gerade bei 139 Euro, denn ich beschäftige mich seit Tagen mit nichts anderem als dem Oyo. Morgen könnte ich also in Baden-Baden den Thalia aufsuchen und ihn kaufen, um dann künftig nicht nur Bücher, sondern auch Zeitungen und Zeitschriften elektronisch zu lesen. Zwar ist das Angebot noch nicht sooo berauschend, aber was mich interessiert, ist in den meisten Fällen auch elektronisch zu bekommen.

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Die Frage ist: Kaufen oder nicht? Eine Pro- und Contraliste erspare ich mir hier jetzt mal, die Argumente kennt ohnehin jeder, der sich schonmal mit E-Books befasst hat. Ein Zukunftsmarkt ist es wohl durchaus und der kleine early bird, der in mir wohnt, möchte gerne seinem Ruf gerecht werden. Darum bitte ich hier und jetzt um eure Meinungen in den Kommentaren: Oyo – ja oder nein? E-Reader – ja oder nein? Noch warten? Ausprobieren? Reclam-Heftchen kaufen?

Hier mal zwei Reviews:

[UPDATE]: Eine sehr angeregte Diskussion zu diesem Thema lest ihr auch auf meinem Facebook-Profil.

[UPDATE2]: Ich war heute abend in der Thalia-Filiale und habe mich nach dem Oyo erkundigt. Da ich 14 Tage Rückgaberecht habe, wird mich in den nächsten Tagen ein Oyo für intensive Tests begleiten. Meine Eindrücke gibts dann demnächst hier!