Letzte Woche habe ich mit eurer Hilfe den Oyo gekauft. Inzwischen habe ich alles gesehen, was ich für meine Entscheidung wissen muss: Ich werde den Oyo zurückgeben. Liest man die Kommentare bei lesen.net, scheint der Oyo-Kauf eine Art binäre Entscheidung zu sein – die einen sind total begeistert, die anderen angepisst. Ich bin angepisst. Auf einen eher technischen Testbericht werde ich hier jetzt verzichten, es gibt bereits genug davon. Stattdessen möchte ich eher subjektiv meine Eindrücke schildern.
Das Display, das von so vielen kritisiert wurde is – absolut ok. Ja, es ist kein Display der letzten E-Ink-Generation wie beim Kindle 3, aber es ist angenehm, damit zu lesen. Und darum gehts ja.Auch die Umblätterzeiten waren meistens im grünen Bereich, bei längerem Lesen hat man sie nicht bemerkt. Manchmal dagegen hat der Oyo auf Umblätteraufforderungen aber auch gar nicht reagiert, womit wir zum größen Manko kommen:
Das ist für mich ganz klar die Software, die im Oyo arbeitet, gepaart mit einer offensichtlich zu schwachen CPU. Ich habe es in den paar Tagen mehrfach geschaft, den Oyo aufzuhängen, sodass nur der (sehr umständlich zu erreichende!) Reset-Knopf noch Abhilfe schaffen konnte. Zudem hat selbst das Öffnen von ePub-Büchern ewig gedauert, die Menüfunktionen haben gerne mal mit der Geschwindigkeit eines Beamten kurz vor der Rente reagiert und das Display unvermittelt vom Hoch- ins Querformat gewechselt, aber nicht dann, wenn man das wollte.
Ein für mich ausschlaggebendes Kriterium ist die PDF-Anzeige – denn ein E-Book-Reader soll für mich nicht nur das konventionelle Buch, sondern auch die Tageszeitung ersetzen. Bei PDFs hat sich der Oyo gerne mal komplett die Arbeit verweigert, entweder, indem er sich aufgehangen hat, oder indem er ein leeres Display anstelle des PDF-Inhaltes präsentiert.
Der Akku hat – bei mäßiger Beanspruchung und nur einmaligen Einschalten des WLANs – von Donnerstag bis Mittwoch gehalten. Blumentopf würden sagen: So lala.
Alles in allem bin ich enttäuscht. Vielleicht waren meine Erwartungen an den Oyo auch zu hoch, das wird sich recht schnell rausstellen. Denn für 40 Euro mehr habe ich mir jetzt mal den Sony PRS 350 zum Vergleichen bestellt. Und wenn der auch nix ist, dann vertage ich das Thema E-Books erstmal wieder. Kann ja auch ein Ergebnis des “Early Birdings” sein.
Habt ihr konkrete Fragen zum Oyo? Oder zu meinen Eindrücken? Dann stellt sie, ich beantworte sie gern!