Der seamless music manager

Foto: Face The Music von JD Hancock // CC BY 2.0

Am Wochenende habe ich meine Rechnerlandschaft ausgemistet: Desktop-PC und Netbook könnt ihr demnächst bei eBay kennenlernen, ein aktuelles Thinkpad mit Dockingstation ersetzt beide. Als ich den neuen Laptop aufgesetzt habe, habe ich auch überlegt, welche Daten ich aus den Backups der beiden alten Rechner brauche – und bin dabei über meine Musik gestolpert.

2010 bin ich Napster-Kunde geworden, weil ich es fair fand, zehn Euro im Monat für Musik zu bezahlen. Bei Napster kann man streamen und (DRM-geschützt) runterladen, eine gute Lösung für Android fehlt aber. Deshalb bin ich Anfang diesen Jahres zu simfy gewechselt. Bei simfy kann man „nur“ streamen (und offline verfügbar machen, sodass die simfy Software Tracks auch online Internetverbindung spielen kann), aber die Lösung für Android ist wirklich topp.

Seit ich simfy nutze, habe ich iTunes glaube ich nicht mehr aufgemacht. Es sei denn, ich wollte gezielt Musik von beispielsweise den Toten Hosen hören – die hat simfy nämlich nicht lizensiert.

So – und nun zur Sache: Irgendjemand sollte eine Software programmieren, die lokale Musik und Musik aus der Cloud miteinander verknüpft, gerne zahle ich auch monatlich dafür. Ich stelle mir das so vor: Wenn ich in meiner Software nach Musik suche, wird zunächst lokal gecheckt, ob ich sie habe. Falls nein, wird die Musik vom Streamingserver geholt. Damit das alles auch gut klingt, normalisiert die Software die unterschiedlichen Quellen und Formate vor dem Abspielen, sodass ich keine Medienbrüche mitbekomme. Funktioniert natürlich auch, wenn ich von einem Album manche Tracks lokal habe und manche nicht.

Die Integration zu den ganzen Social-Diensten brauche ich nicht extra erwähnen, oder? Natürlich kann ich (wie schon jetzt bei simfy) auf Facebook teilen etc. Schön wäre auch eine bidirektionale Integration von last.fm: Nicht nur scrobbeln, sondern auch empfehlen können auf Basis der last.fm-Daten sollte der Medienplayer.

Und wenn das alles mit Musik gut funktioniert, dann machen wir uns an Video…

Falls es eine solche Software schon gibt – lasst es mich wissen! Und falls nicht, liebe Programmierer und Entrepreneure, legt los! Hier wartet euer erster Kunde – und ich wette, ich bin nicht allein!

Der zweite Frühling meines Milestones

Seit rund 14 Monaten bin ich nun stolzer Besitzer eines Motorola Milestone A853. Als das Telefon am Ende des Jahres 2009 erschienen ist, war es bahnbrechend: Ausschiebbare Hardwaretastatur, trotzdem extrem flach, 256 MB RAM und 550 MHz Prozessor. Heute kann man über diese technischen Daten nur lächeln.

Heute würde ich auch kein Gerät von Motorola mehr kaufen. Wie viele andere regt es mich ganz fürchterlich auf, dass man bei Motorola nicht in der Lage ist, das Milestone so zu supporten, wie es für ein „Flaggschiff“ angemessen wäre. Angekündigt als Flash-fähiges Gerät, versprach Motorola schon vor einem guten Jahr das Update auf Froyo (Android 2.2) – was bis heute nicht erschienen ist.

In regelmäßigen Abständen wurde das Update wieder und wieder und wieder verschoben. Flash wird mit offiziellen Mitteln auf dem Milestone übrigens nie laufen.

Dieser Tage hat tatsächlich das Rollout für das offizielle Froyo-Rom von MOTO begonnen. Ich werde es nicht installieren. Seit einem guten halben Jahr habe ich der Software, die Motorola zur Verfügung stellt, abgeschworen. Dank des Forum von Android-Hilfe.de bin ich stattdessen auf die alternative Android-Firmware CyanogenMod gewechselt. Die wird zwar auch nicht offiziell fürs Milestone unterstützt – aber sie wird von einer fleißigen Community in einer Qualität portiert, die nicht mal die Entwickler bei MOTO hinbekommen.
Der Grund, warum CyanogenMod das Milestone nicht unterstützt? Motorola verwendet einen proprietären Bootloader und ist auch nicht bereit, den offenzulegen. Daher ist eine offizielle Unterstützung alternativer Firmware nicht möglich.

Die Version 6 des CyanogenMod – die der Androidversion Froyo, also 2.2 entspricht – leistet zuverlässige Dienste bei mir. Sie ist schneller und mit einem größeren Funktionsumfang versehen, erlaubt auch Dinge, die MOTO nicht mag (drängt sich noch jemanden ein Apple-Vergleich auf?). Hin und wieder kommt es zu spontanen Reboots, die aber nix mit dem Mod zu tun haben, sondern mit dem Linux-Kernel von MOTO, der voller Fehler steckt (sic!). Aber einen anderen kann man ja nicht verwenden…

Dank des CyanogenMods 6 habe ich trotzdem wieder Spaß an meinem Motorola Milestone. Danke dafür, nadlabak und den anderen fleißigen Entwicklern. Und danke Motorola, für die lehrreiche Zeit als euer Kunde. Das Xoom kann noch so toll sein, das Milestone 3 noch so überzeugend – mich habt ihr als Kunden für die Zukunft vergrault.

Wer braucht Facebook Places?

Anfang Oktober ging in Deutschland Facebook Places an den Start, ich hatte es ja damals kurz notiert. Ein guter Monat ist rum, Zeit ein persönliches Zwischenfazit zu ziehen, dass bei mir lautet: Wer braucht Facebook Places?

In den ersten paar Tagen, vielleicht sogar Wochen, waren die Statusupdates mit Ortsbezug noch omnipräsent in meinem Facebook-Feed und auch ich selber habe anfangs regelmäßig „eingecheckt“ – wenn auch nur bei DASDING. Nicht sonderlich kreativ, ich weiß. Damit war aber auch recht schnell wieder Schluss.

Verrückt: Ich gehe arbeiten!

Der Mehrwert für mich oder gar für die, die das mitbekommen, hat sich mir aber nicht so richtig erschlossen. Hinzu kommt die Tatsache, dass ich als Android-Nutzer nicht über die App einchecken kann, sondern grundsätzlich die Touch-Seite von Facebook nutzen muss. Irgendwie alles nicht so richtig geil.

So schnell wie mein Enthusiasmus für Places abgeebbt ist, so schnell scheinen auch viele andere den Spaß daran verloren zu haben. Die Leute, die ernsthaft an Geo-Diensten interessiert sind, nutzen wahrscheinlich eh schon länger Foursquare, Gowalla und Co. und haben Places höchstens mal ausprobiert. Und die, die zum ersten Mal mit so was in Kontakt gekommen sind, bockts scheinbar nicht so richtig. Kein Wunder, anders als bei den anderen Diensten, gibts bei Facebook „nix zu gewinnen“ – keine Starbucks-Gutscheine und Bürgermeisterämter.

Blicke ich jedenfalls jetzt mal aufmerksam in meinen Feed, stelle ich fest: Floh Maier und Jan Lind bilden den harten Kern der Places-Nutzer in meinem Freundeskreis. Die haben beide ein spannendes Leben: Sie gehen arbeiten und haben Freizeit. Verrückt, oder?

[UPDATE]: Wie Lars gerade in den Kommentaren geschrieben hat, wurden die allermeisten meiner Kritikpunkte heute abend beim Facebook Mobile Event ausgeräumt. Die neue Version der Android App kann jetzt runtergeladen werden, außerdem gibt es jetzt Vergünstigungen bei häufigem Einchecken an bestimmten Orten. Alle Infos über die Änderungen gibts im Blog von Facebook Marketing.