Kopfhörer auf, treiben lassen

Wann genau wurde Musik eigentlich zur Nebensache? Ich glaube, ich habe heute abend zum ersten Mal seit langer Zeit Musik als Selbstzweck gewürdigt. Kein Radio beim Frühstück, keine Playlist beim Autofahren, sondern einfach mit Kopfhörern auf dem Balkon.

Noch vor zehn Jahren war Musik gefühlt das allerwichtigste, auf jeder Party gab es ein neues Mixtape, später dann zumindest Playlisten auf Rechnern und iPods. Ich bin ein großer Verfechter des digitalen, aber ich glaube, die Entkopplung vom physischen Medium hat – zumindest bei mir – auch ein Stückweit Entkopplung vom Zweck der Musik bedeutet.

Und obwohl (oder weil?) ich heute auf so viel Musik zugreifen kann wie nie zuvor in meinem Leben – und das legal, ich bin zahlender Spotify-Kunde – ist mir irgendwo die Hingabe verloren gegangen. Oder die Zeit. Selbst bei Spotify, wo ich alle Möglichkeiten der Kombination habe, höre ich entweder die selben zehn Alben oder drücke auf den Radio-Button. Dabei ist das Unsinn. Denn wenn Spotify eine Sache wirklich gut kann, dann ist es, mich auf neue, andere Musik aufmerksam zu machen. Am PC gibt es dafür alle möglichen Drittanbieter-Apps, die auf Basis des Geschmacks (meinem oder dem von anderen) Tracks, Alben, Künstler vorschlägt. Das klappt mal mehr, mal weniger gut. Und es ist irgendwie nicht immer nachhaltig, aber zumindest immer kurzweilig.

Auf dem Balkon heute habe ich mit dem Nexus 4 Musik gehört. Der Android-App fehlt die Integration der Drittanbieter-Apps, aber ich habe festgestellt, dass „ähnliche Künstler“ vollkommen ausreichend ist. Guter Song? Dann den meistgespielten Song eines ähnlichen Künstlers in die Warteschlange. Und treiben lassen.

Es war toll, es wurde dunkel, aber nicht kalt. Und Stunden vergingen. Ich weiß nicht mehr genau, wann Musik zur Nebensache wurde. Aber ich glaube, heute sollte der Tag sein, wo sie wieder zum Selbstzweck wird. Nebensache ist und bleibt sie oft genug von alleine.

Podcasts mit iTunes und dem Zen Stone

KopfhörerIch bin ein riesiger Fan von Podcasts, gerade jene der öffentlich-rechtlichen Hörfunkwellen. Das ist auch der Grund, warum ich entgegen meiner sonstigen Einstellung Apple gegenüber iTunes benutze: zum Finden, Downloaden und Organisieren von Downloads ist iTunes einfach unschlagbar.

Was mich nur immer störte (und nach wie vor stört) ist die nicht vorhandene Kompatibilität mit Nicht-Apple-Produkten, also allen MP3-Playern, die nicht mit Pod enden. Denn eigentlich würde ich auch sehr gerne einfach und direkt die aktuellsten Podcasts auf meinem Creative Zen Stone haben, ohne per Hand rumzufriemeln.

Darum habe ich mich sehr gefreut, als ich kürzlich über iTunes Sync gestolpert bin, eine kostenlose Software, die zumindest rudimentäre Synchronisation von iTunes und normalen MP3-Playern ermöglicht. Das Programm synchronisiert beliebige iTunes-Playlisten mit einem Verzeichnis auf dem MP3-Player. Und das ganze funktioniert auch mit den intelligenten Playlisten von iTunes, was ich besonders toll finde.

Von daher: wer sich darüber auch schon mal Gedanken gemacht hat, dem sei dieses Gratis-Tool ans Herz gelegt.

Und für den selben Zweck auf dem Android-Handy habe ich auch was feines gefunden: iSyncr, kostet allerdings einen kleinen Obolus. Lohnt sich aber!