Schiri, der Elfer reicht als Strafe!

…und trotzdem musste man bei der Vereitelung einer klaren Torchance, der Volksmund sagt „Notbremse“, die Rote Karte geben und im Strafraum noch einen Elfer verhängen. So steht es in Regel 12. Der Grund: die Rote Karte ist die persönliche Strafe für den Spieler, der Strafstoß ist die Spielstrafe.

Trotzdem empfinden viele Spieler, Zuschauer, Verantwortliche – kurz: eigentlich alle – das als eine Art Doppelbestrafung. Andererseits: bei einem Foul vor dem Strafraum beschwert sich keiner über Platzverweis und Freistoß. Das hat wohl auch mit dem Charakter des Elfmeters zu tun, den viele als fast sicheres Tor sehen.

Und selbst wenn man da etwas realistischer ist: eine klare Torchance ist ein Elfmeter allemal. Und somit wird die vereitelte klare Torchance gesühnt mit einer neuen klaren Torchance. Zumindest argumentativ ist damit die Grundlage für den Feldverweis nicht mehr da. Das denkt wohl neuerdings auch der DFB, der bei der FIFA eine Regeländerung beantragt hat, die die Abschaffung der Kombination aus Elfer und Roter Karte zur Folge hätte. Das hat Lutz Michael Fröhlich, Abteilungsleiter Schiedsrichter, heute morgen im ZDF Morgenmagazin bestätigt.

Ganz ohne persönliche Strafe geht’s bei einem solchen Vergehen aber natürlich nicht: Eine Gelbe Karte würde es weiterhin geben.

Denke ich an meine Zeit als aktiver Schiri zurück, so muss ich sagen: Das ist eine sehr gute Initiative! Wollen wir hoffen, dass der verstaubte, korrupte Haufen, der letztendlich darüber entscheiden muss, das auch so sieht.