Geschichte wiederholt sich: Neuer Job ab 1. Oktober

Geschichte wiederholt sich – so fühlt es sich zumindest an. Letztes Jahr im Sommer entschied ich mich, meine erste berufliche Station, den SWR, zu verlassen. Hintergrund war eine geplante Umstrukturierung, die mich nach wenigen Monaten in Stuttgart dauerhaft nach Mainz geführt hätte. Und der Wunsch, Erfahrungen in der „freien Wirtschaft“ zu sammeln.

Die letzte Woche im September war damals mein „Resturlaub“ und die Zeit, um gedanklich mit dem SWR abzuschließen* und mich auf meine neue Aufgabe bei der Stuttgarter Unternehmensberatung divia vorbzubereiten.

Am Ende dieser Woche und kurz vor Beginn der neuen Tätigkeit habe ich damals gebloggt und festgestellt, dass ich von meiner damaligen To-Do-Liste quasi nix geschafft hatte.

Und hier wiederholt sich die Geschichte – nicht. Denn dieses Jahr habe ich mir einfach viel weniger vorgenommen. Sonst ähneln sich die Situationen aber schon. Letzter Arbeitstag, BarCamp Stuttgart, Urlaub – und ein neuer Job zum 1. Oktober. Warte, was?

Macht, Ohnmacht und Unsinn von Shitstorms

Am letzten Mittwoch durfte ich auf Einladung des Bundes der Pressesprecher an einer Podiumsdiskussion zum Thema „Macht der Shitstorms – Ohnmacht der Unternehmen?“ teilnehmen.

Nach zwei interessanten Impulsvorträgen von Johannes Kaufmann von SWR.Online über den Begriff und die Implikation des Shitstorms an sich und von Markus Herrmann, Pressesprecher der Stadt Schwäbisch Hall, über Bürgerbeteiligung im Web und den „Bud-Spencer-Tunnel“ wurde angeregt diskutiert. Martin Reti hat auf seinem Blog (dort kann man auch das Fazit aus Sicht eines Teilnehmers bekommen) meine Rolle treffend beschrieben: Ich war der „Antagonist in seinem Web 2.0-Element“.

Das sorgte zumindest dafür, dass auf dem Podium kontrovers diskutiert wurde. Mein Gefühl ist, dass bei viel wichtiges gesagt und geklärt wurde. Zum Beispiel, dass sowohl der Begriff, als auch die Implikation für den oder die Betroffenen sehr unterschiedlich interpretiert werden. Aus meiner Sicht hat sich der Hype um das ganze Shitstorm-Thema deutlich abgekühlt. Sascha Lobo hat sich vor kurzem entschuldigt, dass Wort in den Sprachgebrauch des Onlinemarketings überführt zu haben. Und Kundenservice im Social Web wird von vielen Unternehmen inzwischen proaktiv betrieben und nicht erst als letzter Strohhalm, wie damals im berühmten Fall Dell.

Letztlich geht es für Unternehmen oder Personen von öffentlichem Interesse nicht darum, einen Shitstorm zu vermeiden, das ist ohnehin nicht möglich. Es geht darum, eine gute und umfassende Kommunikationsstrategie zu haben und auch für Krisen gewappnet zu sein. Und zwar so, wie es der jeweilige Kanal erfordert. Dazu gehört der richtige Content, das richtige Personal, Empathie, Ehrlichkeit – und Timing. Das kann man nicht unbedingt planen, aber lernen und mit diesem Lernprozess auch offen umgehen. Das war letztlich auch der Rat, der in meinen Aussagen mitschwang.

Für mich war es die erste Podiumsdiskussion, bei der ich nicht im Publikum, sondern auf der Bühne saß. Und ich hatte richtig Spaß. Der „Schlagabtausch“ auf Augenhöhe, vor allem mit der politischen Journalistin Gabi Renz, hat nicht nur dem Publikum, sondern auch mir was gebracht.

Am Rande des Podiums war noch genug Zeit für spannende Gespräche, was den Abend abgerundet hat. Denn mit Jürgen Ebenau saß mein Chef aus SWR-Zeiten mit auf dem Podium und auch im Publikum habe ich das ein oder andere bekannte Gesicht entdeckt. Möglichkeiten zum Netzwerken und Bier Trinken gab es also genug – und das darf aus meiner Sicht nicht fehlen.

Mein Dank für die Einladung geht an Anja Görzel, die die Veranstaltung für den Bund der Pressesprecher mitorganisiert hat. Gerne wieder 🙂

Dank auch für die Bereitstellung der Fotos, die ich hier verwenden darf, an @a_linsenmeier und @MartinReti.