Der Failwhale in der Bundespressekonferenz

Twitter FailwhaleAm letzten Freitag wäre ich gerne in der Bundespressekonferenz dabei gewesen, ich bin mir sicher, ich hätte viel Spaß gehabt.

Denn zwischen dem stellvertretenden Regierungssprecher Stegmann und einigen Journalisten gab es eine sicherlich spannende Debatte zum Thema Twitter. Es ging um die Frage, ob man sich als Hauptstadtjournalist „einen Twitter-Account zulegen [muss], um über relevante Termine der Bundeskanzlerin informiert zu werden?“

Ich muss schon lachen, wenn ich das nur schreibe. Da hat Steffen Seibert doch tatsächlich eine Information getwittert, die vorher noch nicht an die Zeitungen gefaxt wurde. Wenn das mal nicht der Anfang vom Ende der Informationshoheit der Medien ist.

Meine Favoriten (ohne Zusammenhang und in loser Reihenfolge):
Stegmann:  „Sie wollen doch in Wahrheit wissen, ob es eine Benachteiligung ist, dass eine Information möglichweise statt über den CvD-Verteiler über Twitter herausgegangen ist. Nein, diese Auffassung teilen wir nicht.“

Stegmann: „Als professioneller Kunde unseres Hauses gehen wir natürlich davon aus, dass Sie alle bei Twitter eingeloggt sind.“

FRAGE: „Herr Dr. Steegmans, als älterer Mensch, der mit diesen neumodischen Kommunikationsformen (sic!) nicht so vertraut sind, eine grundsätzliche Frage: Hat es irgendwann einmal vonseiten des Bundespressamtes einen Hinweis darauf gegeben, dass nun auch über Twitter wichtige Informationen verbreitet werden und man sich möglicherweise als Kunde oder Follower ‑ ich weiß nicht, wie das dort heißt ‑ anmelden müsste?“

[…]

Das Protokoll der gesamten Pressekonferenz enthält auch noch einiges anderes, Thomas Wiegold hat die interessanten Passagen des Protokolls rauskopiert. Ich wünsche eine unterhaltsame Lektüre 🙂

UPDATE: via Caschy habe ich festgestellt, dass es auch ein zeitlos schönes Videodokument gibt, dass ich euch nicht vorenthalten will.

UPDATE 2: Christian Jakubetz hat sich entschlossen, den Journalisten in der Bundespressekonferenz 10 kostenlose Exemplare des „Universalcodes“, des Buchs über Journalismus im digitalen Zeitalter (über das ich hier schon berichtet habe), zu schenken. Eine gute Idee aus der Reihe: Handeln statt nur Lamentieren!