Bye, bye, Google Reader! Ich werde dich vermissen, aber…

Wie für gefühlt meine gesamte Digitalsphäre begann auch für mich der heutige Tag mit einem kleinen Schock: Google stellt den Google Reader ein! Als ich das heute morgen beim Frühstück gelesen und dann die ersten Reaktionen auf Twitter verfolgt habe, war mein erster Gedanke jener, den Christine in ihrem Blog zu Ausdruck bringt: Eine Alternative zu finden wird nicht so leicht. Denn wenn ich in der Vergangenheit eins gelernt habe, dann ist es, dass Googles Frühjahrputz meist unerbittlich ist. Die Abschaltung zu verhindern wird auch dieser Petition nicht gelingen.

Zwischenzeitlich hat gefühlt jeder, der irgendwas über Internet und Technik ins Internet schreibt, auch einen Post über die Alternativen geschrieben – es gibt genug, ja. Und bestimmt werde ich auch einen finden, der genau meine Ansprüche erfüllt. Das sind insbesondere:

  • gute Android-App
  • Integration von Evernote und vor allem Pocket
  • gute Suchfunktion (ein unterschätztes, aber sensationelles Feature beim Google Reader!)
  • kostenlos

Am ehesten wäre ich beim letzten Punkt kompromissbereit, denn ich zahle generell gern für digitale Güter und Software, die mich überzeugt.

Heute morgen dachte ich mir: jetzt schreibst du einen Blogpost und jammerst ein bisschen. Im Laufe des Tages ist aber die Erkenntnis in mir gereift, dass Marcel Weiss von Neunetz vielleicht gar nicht so falsch liegt, wenn er sagt, dass diese Entscheidung von Google für den Nutzer nur vordergründig schlecht ist. Und auch Stefan meint, dass man sich die Sache lieber zum Anlass nehmen sollte, über den Quasi-Monopolisten nachzudenken, als rumzujammern.

Ich halte es mit Hesse: „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.“ In diesem Sinne werde ich mir einen neuen Informationshub suchen, einrichten und nutzen. Bis es auch ihn vll. nicht mehr gibt – aber so ist das nunmal, das kommen und gehen von Ideen und Diensten gehört zweifelsohne dazu.

Noch eine positive Sache fällt mir aber auf: Dass so viele wehklagen über den Wegfall des Readers, zeigt mir (aber achtung – filter bubble!), dass RSS an sich nicht tot ist, sondern für viele noch immer die beste und effizienteste Weise des Nachrichtenkonsums. Ich bin nicht alleine da draußen! Diese Erkenntnis ist irgendwie tröstlich. Danke dafür, Google.

UPDATE: Schöne wäre eine Open-Source-Variante.

Adresshändler ärgern leicht gemacht

Vor kurzem habe ich bei Netzpolitik von einem interessanten Service gelesen: selbstauskunft.net. Die Betreiber ermöglichen mit wenig Aufwand eine Abfrage der eigenen Daten nach §34 Bundesdatenschutzgesetz bei vielen bekannten Adresshändlern und Scoringagenturen.

Nachdem ich den Artikel gelesen hatte, habe ich das Tool gleich ausprobiert und 35 Anfragen versendet. Gestern Abend lagen die ersten Antworten im Briefkasten, von der Schufa und einer Scoringagentur namens Deltavista.

Hochinteressant sich mal mit dem eigenen Schufa-Score zu beschäftigen.

Die Anfragen werden mit einer Unterschrift versehen, die man mit der Maus zeichnen muss –  nicht so ganz easy, aber geht mit ein bisschen Übung. Anschließend wird automatisiert per Fax verschickt, was nicht immer klappt, wie man oben sehen kann.

Der Service der Website ist trotzdem klasse – zum einen, weil man sehr einfach von seinen Rechten Gebrauch machen kann, zum anderen, um Adresshändler und Co. zu ärgern, indem man ihnen Arbeit macht, vor der sie sich nicht drücken dürfen.

Bin gespannt, wieviele Briefe ich in den nächsten Tagen noch bekomme.